Die neoliberale domestizierung des Subjekts
Autor: Gabriele Michalitsch
Verlag: Campus
Deutsch
5.00 CHF
ISBN: 978-3-593-39315-7
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Das Buch **"Die neoliberale Domestizierung des Subjekts"** von **Gabriele Michalitsch**, erschienen im **Campus Verlag** (ISBN: 978-3-593-39315-7), befasst sich kritisch mit den tiefgreifenden Auswirkungen des Neoliberalismus auf das menschliche Individuum und dessen Subjektivität.

**Kernthemen und Inhalt:**

1. **Die These der Domestizierung:** Michalitsch analysiert, wie der Neoliberalismus über blosse ökonomische Strukturen hinausgeht und direkt in die Konstitution des Subjekts eingreift. Sie argumentiert, dass Individuen dazu angeleitet oder gezwungen werden, sich den Anforderungen und Logiken des Marktes anzupassen und diese zu internalisieren. Das "Subjekt" wird dabei im Sinne Foucaults verstanden als das durch Machtdiskurse geformte Individuum.

2. **Transformation des Subjekts zum "Unternehmer seiner selbst":** Ein zentraler Punkt ist die Verwandlung des Menschen zum "Unternehmer seiner selbst" (homo oeconomicus). Das bedeutet, dass jeder Einzelne dazu angehalten wird, sein Leben, seine Fähigkeiten, seine Gesundheit und seine Beziehungen als "Humankapital" zu begreifen, das ständig optimiert und verwaltet werden muss, um auf dem Markt bestehen zu können.

3. **Mechanismen der Domestizierung:** Die Autorin beleuchtet verschiedene Mechanismen, durch die diese Domestizierung stattfindet:
* **Permanente Selbstoptimierung:** Der Zwang zur ständigen Weiterbildung, Flexibilität und Leistungssteigerung.
* **Individualisierung von Problemen:** Soziale oder strukturelle Probleme werden als individuelle Versäumnisse oder mangelnde Anpassungsfähigkeit interpretiert.
* **Psychologisierung des Scheiterns:** Stress, Burnout oder Depressionen werden zu persönlichen Problemen, anstatt als systemische Folge neoliberaler Anforderungen erkannt zu werden.
* **Disziplinierung und Kontrolle:** Durch indirekte, aber allgegenwärtige Erwartungen und Bewertungen werden Verhaltensweisen geformt.

4. **Kritik an Autonomie und Kritikfähigkeit:** Michalitsch zeigt auf, wie diese Prozesse die Autonomie und Kritikfähigkeit des Subjekts untergraben. Wenn die Logik des Marktes derart verinnerlicht wird, fällt es schwer, die eigenen Lebensumstände noch als Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Prozesse zu erkennen und diese kritisch zu hinterfragen oder gar kollektiven Widerstand zu organisieren.

5. **Folgen für Gesellschaft und Individuum:** Die Untersuchung verdeutlicht die negativen Folgen für das soziale Miteinander, die Solidarität und die psychische Gesundheit der Individuen in einer neoliberal geprägten Gesellschaft.

**Zielgruppe:**
Das Werk richtet sich an Studierende, Wissenschaftler und alle, die sich kritisch mit den sozialen, psychologischen und politischen Dimensionen des Neoliberalismus auseinandersetzen möchten. Es ist eine wichtige Lektüre für die Soziologie, Politologie, Philosophie, Psychologie und Kulturwissenschaften.

Gabriele Michalitsch liefert mit diesem Buch eine fundierte und kritische Analyse der Machtmechanismen, die unsere Denk- und Verhaltensweisen in der heutigen Zeit prägen und die Grenzen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten neu definiere